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Manuel Riedel kehrt in vertrautes Umfeld zurück

Manuel Riedel (links) bei seinem perfekten Abschied am 11. Juni 2023 nach zehn Jahren als Spielertrainer des TuS Kinzigtal. Zur neuen Saison kehrt der 35-jährige Wolfacher als Coach zurück zum etwas anderen Club in Halbmeil

 

Der 35-Jährige prägte als Spielertrainer von 2013 bis 2023 eine Ära in diesem etwas anderen Fußballclub in Halbmeil, der kleinen Ortschaft seiner Heimatstadt Wolfach. Dass Normen Armbruster nach dann zwei Jahren als Chefcoach beim derzeitigen Schlusslicht der Kreisliga B II aus privaten und beruflichen Gründen aufhört, bedauerten die Verantwortlichen des TuS sehr, da der Mühlenbacher „voller Engagement, Leidenschaft und Herzblut“ nicht nur sportlich viel bewegt habe. Umso glücklicher waren sie über die Kürze ihrer Suche nach einem Nachfolger.

 

Riesige Wertschätzung

Nachdem Riedel bei seinem Heimatverein SV Oberwolfach abgesagt hatte, in eine dritte Saison als Coach der Reserve des Landesligisten zu gehen, „kam relativ zeitig das Angebot des TuS“. Und die Bedenkzeit sei kurz gewesen, so Riedel: „Da ich nach dem ersten Gespräch eine riesige Wertschätzung spürte, war ich mir eigentlich gleich sicher, diesen Trainerjob anzunehmen.“

Während er mit dem SV Oberwolfach II in der ersten Saison auf dem 8. Platz in der Kreisliga A Süd landete, folgte der Abstieg in die Kreisliga B, wo die Hinrunde mit 17 Punkten, davon deren drei durch ein spätes 1:0 gegen den TuS Kinzigtal, auf Rang zehn abgeschlossen wurde. „Ich bin der Meinung, dass die Jungs eine Veränderung brauchen“, sagt Riedel zu seiner Entscheidung in puncto SVO: „Und im Fußball entwickeln sich die Dinge manchmal anders als man sich das mal vorgestellt hatte.“ Bis zum 14. Juni, dem letzten Spieltag, „wollen wir gemeinsam noch das Maximale rausholen“, betont der Lehrer der beruflichen Bildung, der „verständlicherweise den TuS Kinzigtal in den vergangenen zweieinhalb Jahren nie aus den Augen verloren hat“.

 

Perfekter Abschied

Schließlich „hatten wir in den zehn Jahren davor einiges aufgebaut, nicht nur sportlich, sondern auch strukturell“, blickt Riedel gerne zurück und gerne voraus: „Nun darf ich zurück in mein vertrautes Umfeld.“ Das er am 11. Juni 2023 verlassen hatte, um "eine neue reizvolle Herausforderung" in Oberwolfach anzugehen. Und das er mit einem 3:1-Heimsieg gegen den SV Ortenberg und einer emotionsreichen Verabschiedung verlassen durfte, den siebten Dreier in jener Saison, die der TuS mit 25 Punkten und 53:70 Toren auf dem 9. Platz der 13er-Liga abschloss.

Mit gerade mal 22 Jahren heuerte Manuel Riedel als Spielertrainer bei der langjährigen Schießbude der Kinzigtal-Kreisliga B an. Die Grün-Weißen entwickelten sich dann langsam, aber sicher nicht zuletzt zu einem Kultclub und Werbeträger für authentischen Amateurfußball. Riedels sportliche Gesamtbilanz mit 37 Siegen, 20 Unentschieden und 176 Niederlagen bei 318:993 Toren ist selbst in dieser Ergebnissportart ein Erfolg – weil die Tendenz deutlich positiv war und der TuS bei jedem Gegner auf Respekt stieß.

 

Besondere Erinnerungswerte

In Riedels ersten drei TuS-Jahren hatte es insgesamt nur zu einem Unentschieden inklusive einer Rekordgegentorzahl von 204 in 24 Saisonspielen anno 2015/16 gereicht. Am 12. März 2017 gelang mit einem 3:1 in Biberach der erste Sieg unter Riedel-Regie und der TuS wurde beim ersten „Ortenauer FußballAward“ im Offenburger „Freiraum“ zur „Mannschaft des Jahres 2017“ gekürt – für Zusammenhalt und unermüdliches Engagement trotz langer sportlicher Flaute. Umso bitterer war der erste Saisonabbruch aufgrund der politisch angeordneten Corona-Maßnahmen für den TuS auch sportlich, da er bis dahin acht der 16 Saisonspiele bei 40:30 Toren gewonnen hatte.

Mit dem legendären Podcast „Am 16er ist Schluss“ stieß der TuS einst sogar bundesweit auf Beachtung. „Mit mehr als 1000 Streams innerhalb einer Woche lagen wir deutschlandweit in der Kategorie Sport auf Platz 16 – damit vor dem offiziellen Podcast des FC Bayern München“, erklärte Manuel Riedel, übrigens ein Fan des SC Freiburg, im großen OT-Interview zum Ende seiner unvergessenen Ära in Halbmeil.

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